Schneeschuhwandern in den Alpen

Schneeschuhwandern in den Alpen
© Alpinatours

Die Alpen sind nicht nur im Sommer ein Paradies für Wanderer – auch im Winter lässt sich die verschneite Bergwelt aktiv erleben. Eine besonders stimmungsvolle und naturnahe Möglichkeit ist Schneeschuhwandern in den Alpen. Was früher vor allem als Fortbewegungsmittel für Jäger und Hirten diente, hat sich zu einer beliebten Wintersportart entwickelt. Dabei ist der Einstieg leicht, die Erfahrung intensiv – und der Reiz liegt in der Kombination aus Bewegung, Naturerlebnis und Stille.

Was ist Schneeschuhwandern eigentlich?
Beim Schneeschuhwandern werden spezielle „Schuhe“ unter die Wanderschuhe geschnallt, die das Gewicht auf eine größere Fläche verteilen und so das Einsinken im Schnee verhindern. So lässt sich tief verschneites Gelände durchqueren, das ohne Schneeschuhe nicht begehbar wäre. Die Bewegung ähnelt dem normalen Gehen, ist aber durch den größeren Schrittumfang und den Widerstand des Schnees etwas kraftaufwendiger – ideal für alle, die Winterlandschaften aktiv genießen wollen.

Warum Schneeschuhwandern in den Alpen?
Die Alpen bieten perfekte Voraussetzungen für Schneeschuhwanderungen – von einfachen Rundwegen im Tal bis zu anspruchsvollen Touren im hochalpinen Gelände. Die Vorteile sind vielfältig:

  • Unabhängigkeit von Liften & Pisten: Schneeschuhwanderer sind abseits des Skizirkus unterwegs und erleben den Winter in seiner ursprünglichsten Form – leise, langsam, eindrücklich.
  • Zugang zu unberührter Natur: Während präparierte Wege oft stark frequentiert sind, eröffnen Schneeschuhe Zugang zu abgelegenen Almen, verschneiten Hochflächen oder stillen Wäldern.
  • Wenig Ausrüstung nötig: Im Vergleich zu Skitouren oder alpinem Wintersport ist die Einstiegshürde gering – mit Schneeschuhen, Stöcken und wetterfester Kleidung ist man bereit.
  • Fitness & Erholung in einem: Schneeschuhwandern ist gelenkschonend, trainiert Ausdauer und Muskulatur und reduziert Stress – der perfekte Ausgleich zur Winterträgheit.

Ausrüstung für Schneeschuhwanderungen
Eine solide Ausrüstung ist Voraussetzung für eine sichere und angenehme Tour:

  • Schneeschuhe: Abhängig vom Gelände – im flachen Gelände genügen einfache Modelle, für steile Hänge braucht es Modelle mit Steighilfe und griffigen Zacken.
  • Teleskopstöcke: Für Stabilität im Gelände, vor allem beim Auf- und Abstieg.
  • Winterkleidung im Zwiebelprinzip: Funktionsunterwäsche, isolierende Schicht (z. B. Fleece) und winddichte, atmungsaktive Hardshell-Jacke.
  • Gamaschen: Verhindern, dass Schnee in die Schuhe gelangt.
  • Rucksack: Mit warmem Getränk, Proviant, Ersatzhandschuhen und Erste-Hilfe-Set.
  • Sicherheitsausrüstung im alpinen Gelände: Bei Touren in lawinengefährdeten Zonen sind LVS-Gerät, Schaufel und Sonde Pflicht – und Erfahrung im Umgang damit.

Tourenmöglichkeiten: Schneeschuhwandern für jedes Niveau
Einsteigerfreundliche Touren
Viele Regionen in den Alpen bieten markierte Schneeschuh-Routen an, z. B. in den Kitzbüheler Alpen, im Allgäu oder in Südtirol. Diese verlaufen meist durch sanftes Hügelland, Wälder oder entlang geräumter Winterwanderwege – ideal für den Einstieg oder eine Familienwanderung.

Beispiele:

  • Rundwanderung auf der Seiser Alm (Südtirol)
  • Nebelhorn-Plateauwanderung (Allgäu)
  • Ramsauer Winterwaldwege (Berchtesgadener Land)

Ambitionierte Touren
Erfahrene Schneeschuhwanderer wagen sich in anspruchsvolleres Gelände – beispielsweise zu abgelegenen Berghütten oder über hochgelegene Almplateaus.

Beispiele:

  • Tour zur Bärenbadalm (Zillertal)
  • Schneeschuhroute zur Trögleralm (Stubaital)
  • Karwendel-Schneeschuhtour durch das Johannestal

Achtung: Diese Touren erfordern gute Kondition, alpine Erfahrung und oft Kenntnisse zur Lawinensituation!

Sicherheit beim Schneeschuhwandern
Auch wenn Schneeschuhwandern als „sanfter Wintersport“ gilt, darf die alpine Gefahr nicht unterschätzt werden. Besonders bei ungespurten Touren oder Touren über 1.500 Meter sind Lawinengefahr, Orientierung bei schlechter Sicht und plötzliches Wetter reale Risiken.

  • Tourenwahl mit Bedacht: Am besten mit lokaler Beratung oder einer geführten Tour starten.
  • Lawinenlagebericht checken: Vor jeder Tour unbedingt aktuelle Informationen einholen (z. B. lawinen.report).
  • GPS/Smartphone/Kompass dabei haben: Besonders bei Nebel oder Schneefall kann die Orientierung schwierig werden.

Fazit: Wintergenuss auf leisen Sohlen
Schneeschuhwandern in den Alpen ist eine faszinierende Möglichkeit, die kalte Jahreszeit in vollen Zügen zu genießen. Ob gemütlich durch tief verschneite Wälder oder ambitioniert hinauf zu sonnigen Hochflächen – die Bandbreite ist riesig. Mit der richtigen Ausrüstung, guter Vorbereitung und Respekt vor der Natur wird jede Tour zum unvergesslichen Winterabenteuer.

Tipp zum Schluss: Viele Regionen bieten geführte Touren und Leihausrüstung – ideal für alle, die das Schneeschuhwandern erst einmal ausprobieren möchten.

Hier geht es zu den geführten Schneeschuhwanderungen…